Die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden.
Konfuzius

Logopädische Sprachtherapien und Störungsbilder

Sprachtherapien werden durchgeführt bei:

  • Sprachentwicklungsstörungen oder Sprachentwicklungsverzögerungen
    Die Kinder zeigen Auffälligkeiten im Bereich des Wortschatzes, des Satzbaus und/oder
    bei der Unterscheidung von Lauten. Der Beginn des Sprechens kann verzögert sein (Late Talker).
  • Aussprachestörungen (Dyslalien)
    Laute und Lautverbindungen können nicht korrekt artikuliert oder lautgetreu angewendet werden.
  • Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)
    Die Hörverarbeitung ist trotz intakten Hörvermögens gestört. In Folge kann es zu Lese- und Rechtschreibstörungen kommen.
  • Störung der Grammatik und des Satzbaus (Dysgrammatismus)
    Der Satzbau ist fehlerhaft und grammatische Strukturen werden nicht korrekt verwendet. Kinder mit Mehrsprachigkeit sind davon häufig betroffen.
  • Sprachstörungen (Aphasien)
    Alle Ebenen der Sprache (Wortfindung, Sprechen, Lesen, Schreiben, Artikulation, Satzbau und Sprachverständnis) können z. B. aufgrund eines Schlaganfalls beeinträchtigt sein.
  • Mutismus (lat. mutus = stumm)
    Mutismus ist eine Kommunikationsstörung, bei der Betroffene organisch in der Lage sind zu sprechen, dieses jedoch in bestimmten Situation nicht können. Man unterscheidet den selektiven Mutismus und den totalen Mutismus. Bei Letzterem sind keinerlei verbale Äußerungen möglich.
    Mutismus sollte stets interdisziplinär, insbesondere in Kombination mit einer Psychotherapie, behandelt werden.

Sprechtherapien werden durchgeführt bei:

  • Redeflussstörungen (Stottern)
    Es kommt zu Wiederholungen, Dehnungen und Blockierungen. Mimische und ganzkörperlichen Mitbewegungen können hinzukommen.
  • Redeflussstörung (Poltern)
    Der Sprechablauf ist schnell und überhastet, sodass es zu einer undeutlichen und
    verwaschenen Artikulation kommt.
  • Sprechstörungen (Dysarthrien, Sprechapraxien)
    Stimmgebung, Sprechatmung, Prosodie und Artikulation können beeinträchtigt sein.

Stimmtherapien werden durchgeführt bei:

  • Funktionellen Dysphonien
    Heiserkeit, Schmerzen, Husten und Räusperzwang können zu einer eingeschränkten Belastbarkeit der Stimme führen. Stimmlage, Tonhöhe und Atmung können auffällig sein.
  • Organisch bedingten Erkrankungen der Stimme
    Durch hormonelle Veränderungen des Körpers, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Lähmungen oder Folgen einer Operation kann es zu Funktionsausfällen des Stimmapparats kommen. Eine Veränderung des Stimmklangs und eine eingeschränkte Belastbarkeit der Stimme können die Folge sein.
  • Psychogenen Erkrankungen der Stimme
    Psychische Erkrankungen können sich auf die Stimme auswirken. Es kann zu einer Veränderung des Stimmklanges bis hin zu einer völligen Stimmlosigkeit (Aphonie) kommen.

Schlucktherapien werden durchgeführt bei:

  • Schluckstörungen (Dysphagien)
    Aufgrund eines gestörten Schluckaktes kann es zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme kommen. In Folge dessen können Lungenentzündungen entstehen.
  • Myofunktionellen Störungen
    Ein muskuläres Ungleichgewicht im Gesichtsbereich führt zu einer fehlerhaften Aussprache von Lauten und/oder zu einem falschen Schluckablauf. Die Patienten sind in der Regel in kieferorthopädischer Behandlung.

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